Schloss Burg an der Wupper

Verfasst am 1. August 2008 von

Wo gibt es sowas? In unserer Stadt wütet das große Fest der Spielleute und das städtische Aufgebot wird beauftragt wichtige Dokumente zum Markt der Lehnsrittern auf Schloss Burg an der Wupper zu schaffen. Die meisten der pflichtigen Männer der Stadtwache lag jedoch im Dilirium des Festes oder weilten in fernen Ländern, so machte sich der Hauptmann höchstpersönlich mit dem Stadtmusicus und einem kleinen Gefoge auf den Weg in die Grafschaft Berg um diese wichtige Mission zu erfüllen.

Schloss Burg Kapelle

Das Schlachtross aus dem Frankenland des Hauptmannes und der Esel aus dem rheinländischen des Musicus (der hatte noch seine Beschläge für den Winter auf den Hufen) wurden gesattelt, das Gefolge bestehend aus zwei Mägden und zwei Knechten auf die Reisemittel verteilt und der Ritt ging los.
Es dauerte jedoch nicht lang auf den gut und breit ausgebauten Kieswegen, da sich wohl mehrere Pferde in der Grafschaft Berg eng umschlungen vergnügten zum Leidwesen Ihrer Reiter – es ging nicht mehr weiter, so zog die Bochumer Reisetruppe über die kleine Ortschaften des bergischen Landes inmitten eines großen Pilgerzuges.
Nach einiger Zeit erreichten die Truppe die Stammburg aller Westfälischen Grafengeschlechter um festzustellen, dass sie den Markt um eine Woche verpasst haben. Dennoch wurden sie von der wahren bergischen Ritterschaft herzlich in Empfang genommen und mit frischen Wasser gestärkt. Nach einem Erholungsrundgang auf dem Gelände und einer Festtafel gedeckt mit klein geschnittenen, gefüllten und scharf gewürzten Schafsdarm mit in Öl gebratenen Erdäpfeln die erst in einhundert Jahren entdeckt werden und diversen zuckerhaltigen Getränken wurden die Bochumer in die Burg geführt. Sie bestaunten die Gemälde des Erzbischofsmord anno 1225, als Friedrich von Isenberg seinen Vetter Erzbischof von Köln Engelbert II. bei Gevelsberg niederstreckte. Aus dieser Bluttat ist schließlich das Geschlecht der Märker entstanden. Die Bilder der Schlacht von Worringen vom 5.6.1288 wurden ebenfalls mit Ehrfurcht beschaut. Zwei für unsere Region bedeutsame Ereignisse.

Schloss Burg Gemälde

Nach Besichtigung der Waffenkammer, Kapelle, Jagdzimmer, Bergfried und Verließ ließen sich Bochums Mannen und Frauen an der Tafel der bergischen Ritter nieder. Der Hauptmann nahm eine Lektion in Sachen Schwertkampf und der Musicus versuchte sich im Umgang mit den Jagdbogen.
Erstaunlich war, dass einige der Gäste auf der Burg unsere Stadtsoldaten erkannten, da sie ebenfalls Bürger Bochums waren.
Nach einigen schönen Stunden zog es die Bochumer wieder in Richtung Heimat und alle kamen zufrieden und wohlbehalten am Buddenbergtore an.

anno Domini 2008     , , ,