Lager Dortmund 2011

Verfasst am 20. Juni 2011 von

Freitag morgen, nördliches Dortmunder Stadtgebiet:
Ein Tross von etwa 5 Kutschen näherte sich den Waldungen des Fredenbaumparkes, begleitet von 14 schwer bewaffneten Jungen Mannen der Stadtwache Bochum, nebst Ihrem Weibsvolk und Kinderpulk. Der Zug hält, die Mannen schlagen das Lager für die kommenden Tagen auf. Aufgabe: Den Weg durch die Waldungen zu sichern, um so der belagerten Stadt Dortmund von Norden den Nachschub an frischen Truppen abzuschneiden. Zehn Zelte wurden aufgeschlagen, die Zugblide in Stellung gebracht, die Wachen erhielten Ihren Dienstplan und pflegten Ihre Ausrüstung, bis der Herr Rottmeister zum exerzieren rief.

Am vergangenen Wochenende nahm die komplette Bochumer Stadtwache nebst drei Gastlagerern am MPS im Dortmunder Fredenbaumparkt teil. Das Mittelalterliche Phantasie Spektaculum ist eines der größten Mittelalterfestivals in Deutschland mit Markt, Künstlern, Konzerten und Heerlagern. Hier erhielten
wir die Gelegenheit, unser gesamtes Material mitzubringen und zu präsentieren. Zehn Zelte, eine Belagerungsmaschiene, eine große Tafel mit Speis und Trank, Feuer- und Kochstelle, Drillplatz und 22 Mitstreiter, so groß wie noch nie!

Samstag Mittag
Die ersten Schauen und Windboen haben die Wachmänner und Frauen geplagt, doch Sie verrichten ohne Murren Ihren Dienst. Der Rottmeister lässt unter den strengen Blicken des Hauptmanns seine Leute ausbilden, Essen wird gekocht und die Blide eingeschossen. Der Boden verwandelt sich in eine große Schlammwiese, bei jeden Schritt schmatzt es unter den Stiefeln der Wache. Unter den Trommelschlägern des Musikus drehen sie Ihre Runden, immer der Fahne Bochums hinterher. Das Volk, welches durch die Wälder streift, erweist sich zumeist als ungefährlich und stellt keine schlagkräftige Bereicherung für Dortmunds Truppen dar, so werden sie ziehen gelassen. Grauenhaftes Wetter, aber tolle Stimmung, das Bochumer Jungenlied schallt durch den Fredenbaumpark. Die Mitglieder der Stadtwache nutzten die trockenen Wetterperioden um über den Markt zu schlendern und ihre Ausrüstung zu vervollständigen (so richtig fertig wird man eh nie…..) oder den vielen Konzerten zu lauschen. Viele gute Gespräche mit bekannten Gesichtern, aber auch mit neuen interessieren Männern und Frauen, die sich für den Dienst der Wache interessieren und nun das erste mal vom Maiabendfest hören.

Sonntag, frühe Abendstunden
Der Befehl des Hauptmanns lautete: Abbruch des Lagers und zurück in die Heimat. Unter den finsteren Wolken, welche sich über dem Dortmunder Stadtgebiet zusammenbrauten, versuchen alle emsig die Ausrüstung auf die Fuhrwerke zu verladen. Das Wetter hielt, doch auf einen Schlag tauchte eine Gruppe aus dem 9. Jahrhundert auf, mit gewetzten Messern uns Zähnen, die den Abbau behinderten. Die Schergen konnten zwar ohne Waffengewalt vertrieben werden, doch unangenehm aufgefallen ist dieser Vorfall schon….

Ein tolles Wochenende, trotz des Wetters, lag hinter den Mitgliedern der Wache. Spät in der Nacht kamen wir erschöpft aber zufrieden in Bochum an und müssen nun sehen, wie wir die Zelt trocken kriegen….

Dank an alle, die uns besucht haben!

anno Domini 2011     , ,