Die Stadtwache Bochum 1388 beim 622. Bochumer Maiabendfest 2010

Verfasst am 28. April 2010 von

Unser Maiabendfest begann für einige Mannen und Frauen der Wache bereits am Mittwoch in der Mayerschen Buchhandlung, wo das Buch „Spurensuche vor Ort“ vorgestellt wurde. Es ist durch zwei Mitglieder der Wache geschrieben worden und die übrigen haben mitgeholfen, dieses Buch fertig zu stellen und mit Bildern zu füllen.
Am Donnerstag in aller früh erreichte der Lagertross den Boulevard und hatte anfangs mit einigen logistischen Problemen zu kämpfen, doch nach kurzer Zeit und einigen Besorgungen stand zumindest der Mannschaftsbaldachin und ein Zelt mitten in der Stadt. So konnten die Männer und Frauen der Wache sich den ganzen Tag Zeit lassen, das Lager für die kommenden drei Tage zu gestalten. Ebenso wurde auf dem Boulevard der mittelalterliche Markt aufgebaut.
Pünktlich zum Westfälischen Brauchtumsabend war der Stand fertig und wartete mit Waffenkunde, Infomaterial zum mittelalterlichen Bochum und mit einem Stadtmodell aus dem Jahre 1388 auf.

Das Modell zeigt die junge Stadt Bochum im jahre 1388.

Das Stadtmodell Bochum von 1388.

Freitags drauf fand die Wache sich kurz nach dem Hahnenschrei auf dem Markt ein, um den kompletten Tag den Stand zu besetzen. Man drehte gemeinsame Marktrunden um zu überprüfen, ob der Marktfrieden eingehalten wurde. Vier Wachmänner zwangen sich in voller Rüstung auf das Riesenrad und einige Duelle auf dem Tjostbalken wurden ausgefochten. Selbstverständlich musste die Wache auch die Speisen und Getränke probieren um zu prüfen, ob ein Giftmischer sein Unwesen trieb. Nachdem alles zu vollster Zufriedenheit überprüft wurde, beschäftigte man sich den übrigen Tag mit den Erläuterungen des Stadtmodells, der Herstellung von Papier, Informationen über das Maiabendfest weiterzugeben und mit dem rüsten von Kindern. Abends nach dem Kirchgang trat die Wache zum Marsch durch die Stadt mit anschließendem Zapfenstreich an.
Samstag noch vor dem Hahnenschrei traten die Männer der Wache am Rathaus an, um von dort in die Ortschaft Aldembockem zu ziehen. Der Rottmeister der Spießer, gleichzeitig Junggesellenhauptmann, musste nach harter Nacht aus den Federn gerissen werden. Zum Dank spendierte er der Wache ein reichhaltiges Frühstück vor den Toren der Stadt. Anschließend zogen alle gemeinsam zum Rathaus, wo die Wache Verstärkung für den kommenden Tag erhalten sollte. Am Vormittag setzte sich die gesamte Wache in Richtung Harpen in Marsch, unterwegs verewigte sich ein Wachmann in einem Kramerladen, indem er seine Schuhsohlen dort für immer befestigte. Nach Ankunft und kurzer Rast im Bockholt ging es mit der halben Mannschaft wieder zurück, nachdem der Eichbaum dem Harpener Boden entrissen wurde. Kurz vor der Stadt erhielt die Wache erneut Verstärkung durch die eigenen Truppen, sowie der Gräflichen Allianz Arnsberg-Mark, den Kriegern der Vier Winde und den Aetatis Erben aus dem Bergischen. Unterstützt vom Spielmann Michel von der Voelkelweyde zogen die Wache mit ihren Gästen in die Stadt. Eine gigantisch große Menschenmenge wartete dort und es wurde mit allen Beteiligten bis spät in die Nacht gefeiert. Es war für alle beteiligten ein wohl einzigartiges Maiabendfest.

Großer Einmarsch in die Stadt zum 622. Bochumer Maiabendfest.

Nach einem 14 km langen Marsch wieder in den Stadttoren von Bochum.

Sonntags zu späterer Stunde wurde der Stand erneut aufgebaut und mit einer erschöpften Mannschaft besetzt. Doch lernten wir, dass Drachen unter Naturschutz stehen! Den kompletten Tag versuchten wir so viele Informationen über das Maiabendfest sowie Bochum im Mittelalter an den Bürger zu bringen. Wir erhielten den ganzen Tag Unterstützung von einem Krieger der Vier Winde, der die Wachtruppe im Schwertkampf unterrichtete. Nachdem die Sonne über Bochum untergegangen war, wurde das Lager abgebrochen und im Zeughaus verstaut. Eine handvoll Wachmänner und Frauen werden an diesem Abend früh ins Bett gekrochen sein.
Vielen herzlichen Dank an alle, die mitgewirkt haben und an alle, die wir begeistern und interessieren konnten!

anno Domini 2010     , , ,