Burgbelebung auf Burg Blankenstein

Verfasst am 14. Juni 2009 von

Die Stadtwache Bochum 1388 hatte am letzten Wochenende (13. – 14.06.09) Prämiere: das erste mal wurde das komplette Heerlager mit allem was dazugehört aufgebaut und gleichzeitig ein Burgfest gefeiert.

Torwache Bodo von Rechen gen. Scherpwynkel

Torwache Bodo von Rechen gen. Scherpwynkel

Am Freitag Mittag fanden sich die Wachmänner der Stadtwache am Zeughaus ein und beluden etliche Fuhrwerke mit dem vorhandenen Material. Dem Herrn sei gedankt für die zusätzlichen Fuhrknechte die dieses Unternehmen erst möglich gemacht haben. Als alles eingeladen war fuhr der Tross schwer bepackt zur Feste Blankenstein, wo uns ein tolles Wochenende erwarten sollte.
Nachdem wir vom Burgvogt begrüßt worden sind, wurde alles was zuerst mühsam auf die Furhwerke geladen wurde wieder abgeladen, nur noch mühevoller. Der Innenhof der Burg war bald voller Zeltstangen, Planen, Kriegsgerät, Kochutensilien, Seilen und Werkzeug. Die Truppen der Stadtwache hatten alle Hände voll zu tun, mussten doch drei Schlafzelte, ein Versorgungszelt und ein Baldachin aufgestellt werden. Anschließend wurden diese hergerichtet mit Bettzeug und den persönlichen Gegenständen der Wachmannschaften. Im Laufe des Nachmittags traf das alte Rittergeschlecht de Fyrk aus dem bergischen Land auf der Burg ein und schlug dort auch die Zelte auf. Nach geschlagenen sieben Stunden harter Arbeit saßen alle glücklich, abgekämpft und voller Vorfreude unter dem Baldachin bei einem zünftigen selbstgegrillten Abendessen. Es wurde gelacht und gescherzt, man erzählte sich allerlei Geschichten und ließ den Abend entspannt ausklingen. Nach und nach verabschiedeten sich alle in Ihre Schlafzelte, nur zwei Mann der Nachtwache durften wach bleiben und Wache halten. Voll gerüstet liefen sie durch das nächtliche Blankenstein und so manch einer der spät aus der Schenke kam wurde schlagartig wieder nüchtern als er die beiden schwerbewaffneten Männer mit der Laterne kommen sah.
Versorgt mit Speiß und Trank von einer Magd verging die Nachtwache wie im Fluge, wäre da doch nicht einer der glücklichen Wachmänner aufgefallen, der kein Ende finden konnte, andere Mägde des Lagers zu bezirzen und viel dem Wein zusprach, obwohl er doch schon bald die Nachtwache ablösen sollte. Eine Stunde vor der Ablösung entschied er sich doch zu Bett zu gehen, nur um nach der Ablösung ständig während de Wachdienstes einzunicken. Dies zog nicht nur den Unmut des anderen Wachkameraden auf ihn, der schließlich wach bleiben musste und am anderen morgen freundlicherweise das komplette Lager mit frischen Brötchen weckte. Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück wurde das Lager hergerichtet, aufgeräumt, die Nachtwächter legten sich noch ein bischen auf´s Ohr. Gegen Mittag erschien der Haus- und Hoflieferant der Stadwache und baute seinen fahrenden Marktstand auf, bot Waren wie Gewänder, Geschirr, Met, Rüstzeug, Waffen und allerhand schöner andere Dinge feil. Musikanten erschienen ebenfalls und schlugen Ihr Lager auf.
Gegen 14.30 Uhr besetzte die Stadtwache das Tor zur Burg. In den nächsten Stunden wurden die Wachmänner, deren Frauen, sowie die Herren de Fyrk von einem enormen Besucherstrom überrannt. Es war schier unglaublich, wieviele Menschen beim schönsten Sonnenschein die Burg besuchten um dem fröhlichen Treiben beizuwohnen. Die Besucher konnten Leib und Seele zusammenhalten mit leckeren Speisen aus der Burgküche, die Kehlen befeuchten mit Tränken aus aller Herren Länder, beim Marktstand schauen, die Schwertkünste der Herren de Fyrk bestaunen und den Erklärungen und Erleuterungen der Stadtwache zuhören. Kinder konnten Kettenrüstungen überziehen und spüren wie schwer ein Schwert oder eine Helebarde ist, ein Blick in die Zelte werfen, den Musikanten lauschen und die geheimnissvollen Experimenten eines Alchimisten zusehen. Wer mochte, konnte mit den Wachmännern durch die Burg ziehen und sich die Geschichte der Burg näher bringen lassen.
Viele Freunde besuchten das Lager der Stadtwache und wurden eingeladen Platz zu nehmen.
Nach sieben Stunden ebbte der Besucherstrom langsam ab und die Wachmänner kehren zu Ihren Frauen an den mittlerweile heimisch gewordenen Tisch unter dem Baldachin zurück und leckten ihre Wunden. Der Burgvogt lud zum schlemmen ein und man verbrachte die letzten Stunden des Tages gemütlich beisammen, bis die Nachtwache wieder eingeteilt wurde. Kurz vor der Ablösung jedoch wurden Diebe gestellt die sich erdreistet haben spät nachts auf den Turm zu steigen um die Fahne der Stadtwache zu stehlen. Im letzten Augenblick wurden sie vom Nachtwächter gestellt und sie lieferten die Fahne wieder ab. Sie hatten Glück, denn im Mittelalter wurden den Dieben eine Hand abgehackt, doch da niemand auf eine derartige Sauerei im Burghof Lust hatte hatte lies man Gnade walten.
Der nächste Tag begann mit drückender Wärme, einem leckeren Frühstück und dem üblichen Lageraufräumen. Als die Turmuhr elf schlug begann das Spektakel wie am Vortag erneut. Trotz des schlechteren Wetters ergossen sich Massen von Besuchern in die kleine Burg, selbst der Nieselregen konnte keinem was. An manchen Vorführungen gab es regelrechtes Gedränge. Die Burgküche versorgte die Gäste mit Brunch, Waffeln und anderen Leckereien.
Doch auch das schönste Wochenende hat bald ein Ende und so wurden gegen 18 Uhr langsam die Zelte wieder abgebrochen, nachdem der Burgvogt alle an einem Tisch geholt hat und sich ausgiebig bedankt hat. Es mundete sehr! Das Chaos begann von vorne. Zelte abbauen und einpacken, auf die Fuhrwerke laden und alles Material was vorher mühevoll angeschleppt wurde musste wieder ins Zeughaus. Nach relativ kurzer Zeit war alles verstaut und die Wachmänner waren heilfroh wieder nach Haus zu kommen, in die heiße Bandewanne oder ins große Bett. Es wurde sich herzlich verabschiedet und die nächsten Treffen besprochen, mit dem Burgvogt die nächste Burgbelebung zum Erntedankfest in diesem Jahr abgemacht.
Am späten Abend fuhren alle gemeinsam nach Hause, voller Erinnerungen an ein tolles gelungenes Wochenende. Die Prämiere des Heerlagers der Stadtwache ist gut gelungen und nun wissen wir woran wir noch arbeiten müssen damit es in zwei Wochen zum Dortmunder Spektaculum noch besser wird.
In diesem Sinne vielen Dank an alle Helfer, an das freie Lager de Fyrk aus dem Bergischen, an unseren Händler Richard von Mysticum.de, allen der ca 2.500 Besuchern (auch denen die was zum meckern hatten) und an den Burgvogt Detlef Müller und sein Team für eine klasse Bewirtung!

Bodo von Rechen gen. Scherpwynkel

anno Domini 2009     , , ,